Historisches

Aus der Steinzeit des Minigolfsports. Erzählt v. Fritz Barschdorf
Wenn wir Alten manchmal ins Erzählen kommen, wie alles begann und was wir so erlebt haben, so kommt schon mal so ein Spruch: da könnte man ein Bucher drüber schreiben. 
Ich habe mich nun entschlossen, es zu versuchen. Ein Buch wird es wohl nicht. Aber mal sehen was, daraus wird. Die meisten meiner Erzählungen kann ich zwangsläufig nur aus meiner Sicht oder aus der Sicht meiner Familie, meines Vereins oder meines Landes sehen.

 

Es fing ja alles ganz harmlos an. Im Jahre 1959 auf unserer kleinen Hochzeitsreise in den Harz, der Ort hieß Wildemann, lernten wir Kleingolf kennen. Es war irgendeine Fantasiebahn.
Die Umrandung bestand aus runden Balken. An den Belag kann ich mich nicht erinnern.
Das Wetter war herrlich und wir gingen jeden Tag dort hin, um zu Spielen.
Der Platzwart war sehr geduldig und zeigte uns erst einmal, wie wir den Schläger halten und uns hinstellen müssten. Es blieb dann nicht nur bei einem Durchgang. Es war alles sehr primitiv. Wir waren ganz hingerissen von diesem neuen Spiel. Zuerst war es ja auch nur Spielerei, doch später kam alles ganz anders.

Nach einer Woche waren wir wieder zu Hause, in Wattenscheid.
Durch Zufall hörten wir dann von einer Minigolfbahn, in Bochum an der Sternwarte.
Voller Erwartung fuhren wir dorthin, um uns die Sache mal anzusehen. Wie waren sofort begeistert. Die Bahnen waren aus Beton und die Umrandung aus runden Metallrohren. Die Bahn 7 war etwas für richtige Golfer: Der Kreis bestand aus roter Asche, natürlich kein Trichter vorhanden. Um hinein zu kommen, musste man den Ball über eine Rasenfläche hinein heben. Außerdem ist die Anlage sehr geräumig und man hat einen guten Ausblick ins Tal. Im Anfang hat uns das auch mit angelockt, doch dann hatte uns das Spiel gepackt.
Wir kamen nicht mehr davon los, es war wie eine Droge. Inzwischen war unsere Spieltruppe
Zahlenmäßig ganz schön angewachsen. Außer meiner Frau und mir spielten jetzt noch regelmäßig: meine Eltern und meine Schwestern mit ihren Ehemännern ganz begeistert.

Jetzt trafen wir uns dort, wenn das Wetter trocken war, immer häufiger. Der Ehrgeiz wurde immer größer. Es gab schon richtige Familienmeisterschaften. Auch achteten wir inzwischen
schon darauf, ob wir den Tagesrekord einmal schafften. Norm war damals für Anfänger(das stand auf der Karte) 47. Nicht lächeln, man spielte zur damaligen Zeit, nur mit einem harten
Golfball. Nach einiger Zeit war man schon froh, den Tagesrekord von 41 oder 42 Schlägen zu schaffen. Es war ein großer Jubel, als die 39 zum ersten mal geknackt wurde. Doch wir wurden immer besser. Der Club, der im Jahr davor entstanden war, wurde schon auf uns aufmerksam. Wir hatten inzwischen schon eigene Schläger. Ihr würdet heute über diese Krücken lachen. Dann fuhren meine Eltern, meine Frau und ich nach Murnau in den Urlaub.

Die Schläger wurden natürlich mitgenommen. Wir hatten ja einen Ort ausgesucht, wo man Minigolf spielen konnte. Hier war ein Dr. Miller im Verein, der wurde 1960 mit 118 Schlägen in 3 Runden Deutscher Meister.
Als wir dann wieder nach Hause kamen, fühlten wir uns stark genug, um in den BMC Bochum einzutreten. Zuerst nur wir vier und später auch der Rest der Familie. Das war im Herbst 1960.
Als der Winter kam, wurde unser Schwung erst einmal gebremst. Aber, wenn es irgendwie möglich war, fuhren wir zur Anlage und trainierten. Wir waren fast immer zu acht Personen. Das waren: meine Eltern, meine Schwestern mit Ehegatten, meine Frau und ich.
Manchmal haben wir sogar den Schnee weg geschoben, um spielen zu können. Die Bewegung hielt uns warm, außerdem hatten wir auch immer etwas dabei, um uns von innen zu erwärmen. Als der Frühling endlich da war, wurde alles jetzt richtig sportlich und wir wurden auch schnell anerkannt. Zuerst aber nur die Herren. Die Damen wurden im Anfang gar nicht für voll genommen.
Das änderte sich aber sehr schnell; denn die Damen des BMC wurden in den folgenden 6 7 Jahren zu den erfolgreichsten im gesamten Bundesgebiet, doch davon später.

Im Frühjahr 1961 wurde es jetzt ernst, die Meisterschaftsspiele mussten absolviert werden. Es war alles sehr aufregend, und allmählich kamen ganz gute Ergebnisse zu Stande.
Jetzt ging es um die Teilnahme an der westdeutschen Meisterschaft. Gespielt wurde in 2 Gruppen. Eine Gruppe war im nördlichen Raum aktiv und unsere Gruppe hier im Westen.
Die Besten aus jeder Gruppe spielten dann um den Titel Westdeutscher Meister . Im Norden hatten die Vereine weitere Wege zu fahren, als bei uns hier im Westen. Hier spielten wir auf den Anlagen in Herne, Wanne-Eickel, Dortmund, Duisburg, Bottrop und Bochum.
Die Besten konnten sich für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren, die in diesem Jahr in Hamm-Uentrop stattfinden sollten. Dort hatten wir sogar die Gelegenheit, auf dem angrenzenden Campingplatz zu übernachten. Es wurde ein geselliger Abend. Man sah ja alles ganz locker.

Unsere Herren-Mannschaft konnte sich zwar qualifizieren, hatte aber mit der Titelvergabe nichts zu tun. Wir waren alle noch zu unerfahren. Auch im Einzel konnten wir Herren nichts erreichen, obwohl wir den Westdeutschen Vizemeister in unseren Reihen hatten.
Doch nun kommt die Überraschung: Zwei unserer Damen, bisher von niemandem beachtet, spielten plötzlich groß auf. Es war schon erstaunlich, dass sie überhaupt mitspielen durften.
Daher konnten sie nur in normaler Kleidung, hohen Absätzen und geliehenem Schläger spielen. Es wurde nur mit einem Ball gespielt, der vom Veranstalter gestellt wurde. Um so größer war unsere Freude, dass meine Mutter, Trude Barschdorf 3. und meine Gattin Annemie sogar 2. wurden.

In 3 Runden wurden: 3. Trude Barschdorf 1. MGC Bochum 152 Schl. Schnitt 50,66
2. Annemie Barschdorf 1. MGC Bochum 144 48,00
1. Margit Schumann MGC Dortmund 137 45,66
Damit wurde eine Serie von Erfolgen der Bochumer Damen eingeleitet, die in den 60ziger Jahren unübertroffen war.
Die Sieger bei den Herren: 1. W. Boymann Salzuflen 126 Schl. Schn. 42,00
2. W. Hohmeier Salzuflen 129 43,00
n.St. 3. Neukötter Uentrop 129 43,00
Bei den Herrenmannschaften gab es folgende Ergebnisse:
1. Bad Salzuflen 791 Schl. Schnitt 43,94
2. Pfronten 834 46,33
3. Lütke-Üntrop 838 46,55 in 3 Runden

 

Die Europameisterschaften in Traben-Trarbach kamen für uns ziemlich plötzlich. Wir wussten vorher gar nicht, wie weit vorne wir in der Rangliste standen. Es war sehr schwer, noch ein Quartier zu bekommen. So konnten wir kaum noch trainieren. Aufgeregt waren wir ja sowieso, bei der ersten EM. Jeder bekam einen Irisball gestellt. Die erste Minigolfbahn Deutschlands war damals schief und buckelig. Für Anfänger mit so einem Ball sehr schwierig. Über das Ergebnis schweigen wir lieber. Ich habe es auch später vergessen, denn es gab ja wenig Aufzeichnungen darüber.
Im Jahre 1962 sah es sportlich und auch informativ, viel besser aus. Die Minigolfzeitung
Die Piste erschien und man konnte auch schon mal Ranglisten darin finden.
Der Verband Nordrheinwestfalen wurde in 4 Staffeln aufgeteilt, da es jetzt schon so viele Clubs gab. Die Einzelspieler der Damen und Herren wurden in einer Gesamt- Rangliste geführt. Obwohl alle auf unterschiedlichen Orten spielten, konnte man jetzt doch schon sehen, wo man im Vergleich mit andern Spielern stand.
Bei den Bochumer Damen schälten sich jetzt schon die 4 Spielerinnen heraus, die dann später hintereinander 5 x Westd- und 4 x Deutscher Mannschaftsmeister wurden. Das waren die Spielerinnen: Annemie und Trude Barschdorf, Ruth Deutschmann und Inge Templin (geb. Barschdorf).

Diese Damen holten sich auch noch im Einzel einige Titel und gute Placierungen.
In diesem Jahr wurden zum ersten mal Damenmannschaften aufgestellt.
Anfangs waren die Mannschaften zahlenmäßig umfangreicher: Bei den Herren wurden von 9 Spielern, 6 gewertet, und bei den Damen kamen von 6 Spielerinnen, 4 in die Wertung.
In der westdeutschen Rangliste hatten sich unsere Damen-, Herren-Mannschaften und einige Einzelspieler für die Deutschen Meisterschaften in Wiehl und Ründeroth qualifiziert.

Zuerst wurde auf jeder Anlage 1 Durchgang gespielt. Danach wurden die beiden Durchgänge addiert und die Hälfte der Spielerinnen und Spieler hatten sich für den Finaldurchgang am nächsten Tag qualifiziert.
Inzwischen, man durfte noch immer nur einen einzigen Ball benutzen, hatten sich schon einige Spieler auf einen weicheren, aber toten Ball umgestellt. Das war auch gut so, denn beide Anlagen hatten eine sehr raue Oberfläche. Mit diesem Ball konnte man zwar nicht auf Rücklauf spielen, machte aber auch weniger Kreisfehler.

Dieses Spiel kam mir damals sehr entgegen, ich war ein vorsichtiger Spieler, machte zwar weniger Asse, aber auch weniger Fehler.
Ich merkte am 2. Tag auf einmal, dass ich ganz gut im Rennen lag. Auf der Bahn 7 war mir gerade eine glückliche 3 gelungen. (Aus dem Gras in einen Kreis mit roter Tennisasche ohne Trichter) . Da kam eine Lautsprecherdurchsage, wörtlich: Helmut Zweng aus Pfronten spielte neuen Rekord mit 117 Schlag, damit dürfte der neue Deutsche Meister schon feststehen . Ich war jetzt übermütig und sagte zu meinem Aufschreiber Ernst Vetter, der hatte sich freundlicher Weise zur Verfügung gestellt: Wie können die das nur sagen, ich bin doch noch gar nicht fertig. So entstand mein Trotz und ich spielte jetzt fehlerfrei bis zum Ende durch. Als ich den Ball in der18 hatte, wusste ich, das sind 115 Schläge. Als mir alle gratulierten, war mir klar dass ic
h gewonnen hatte. Das war neuer Deutscher Rekord. Im vorigen Jahr in Hamm-Uentrop, hatte der Sieger nur 126 in 3 Durchgängen gespielt.

Weitere Erfolge für unseren Club waren: der 3. Platz bei den Damen durch meine Schwester
Inge Templin und der 3. Platz der Damenmannschaft in der Besetzung : Inge Templin,
Ruth Deutschmann, Trude und Annemie Barschdorf.
Das war erst einmal der Anfang. Es sollte in den nächsten Jahren noch viel besser werden.
 
Hier die Ergebnisse: Damen 1. M. Jünger, Köln 134 44,66
2. Ch. Sieweke, Herford 142 47,33
3. I. Templin, Bochum 143 47,66
Herren 1. F. Barschdorf, Bochum 115 38,33
2. H. Zweng, Pfronten 117 39,00
3. J. Jünger, Köln 120 40,00
Damen-Mannschaften: 1. Köln 376 47,00
2. Wiehl 401 50,12
3. Bochum 407 50,87
Herren-Mannschaften 1. Pfronten 505 42,08
2. Köln 519 43,25
3. Salzuflen 525 43,75

 

Dann stand die Europameisterschaft vor der Tür und zwar in Zürich. Das war eine lustige Fahrt. Wir fuhren mit einer größeren Gruppe dorthin und machten im Schwarzwald zum Übernachten Zwischenstation. Unterwegs hatten wir auch schon unseren Spaß. Mein Schwager Heinrich fuhr mit einem Mercedes-Diesel. Er meinte ja, er würde weniger Treibstoff verbrauchen als wir anderen. Das stimmte auch, aber er verbrauchte auch mehr Wasser als wir, denn sein Kühler wurde undicht und wir mussten öfter anhalten, um Wasser nachzufüllen.
In dem kleinen Ort in dem wir wohnten, war ein guter Handwerker, der den Schaden am
nächsten Tag wieder in Ordnung brachte. Doch vorher hatten wir in unserem kleinen Hotel noch einen lustigen Abend. Es hatte sich uns auch ein Spieler aus Gelsenkirchen, Helmut Koch, angeschlossen, dem es bei uns so gut gefallen hatte, dass er im übernächsten Jahr in unseren Club eintrat. Gut erholt fuhren wir am nächsten Mittag dann weiter und kamen auch gut in Zürich an. Wir waren ja alle gespannt, wie die Minigoldanlage aussah. Sie war für damalige Verhältnisse ziemlich schwierig. Wir waren ja alle noch sehr grün. Aber man lernt ja noch. Das Erste was wir hörten war, dass eine Sportkommission zusammen getreten war und einiges an den Satzungen geändert hatte, und zwar: Es darf mit 3 verschiedenen Bällen gespielt werden.Die Bälle dürfen glatt und lackiert sein.Das war für uns alles ganz neu, wir hatten noch nicht das richtige Ballmaterial.

Im Süddeutschen Raum war man schon etwas früher darauf gefasst. Auch die Schweizer spielten schon die ganze Saison auf diese Art. Wir versuchten fieberhaft uns anzupassen. Zum Lackieren glatt gespielter Bälle verwendeten wir den Nagellack unserer Frauen. Auch versuchten wie Bälle mit Schleifpapier in der Hand glatt zu schleifen. Es passierte auch manchmal, dass lackierte Bälle bei heißem Wetter klebrig wurden.
Bei diesen Problemen, wurden wir auch dadurch sehr nervös, so blieb es nicht aus, dass wir für die vorderen Plätze nicht in Frage kamen. Ich persönlich hatte allerdings die Genugtuung, dass der Spieler Helmuth Zweng, den ich bei der Deutschen geschlagen hatte, Europameister wurde. Er spielte dabei den neuen europäischen Rekord von 112 Schlägen in 3 Runden.

 

Als wir wieder zu Hause waren, mussten wir erst einmal unser Ballsortiment vergrößern.
Zuerst wurden alle Anlagen in der Umgebung abgegrast, um nach geeigneten Bällen zu suchen. Es gab ja verschiedene Härtegrade dabei, auch mussten sie schon rund sein. Mein Vater, der beruflich sehr viel auf Reisen war, brachte immer wieder etwas Neues mit. Dann mussten die Bälle mit der Hand geschliffen werden. Wir hatten einen Metallring als Richtmaß, der durfte nur einen Durchmesser von 38mm haben, kleinere Bälle waren damals nicht erlaubt. Man konnte beim Schleifen den Ball auch gut vors Licht halten, um zu sehen, ob der Ball auch rund wurde. Wir machten das mit 2-3 Leuten in unserer Wohnung. Unsere Schleiftechnik wurde dabei immer besser. Dann kamen wir auf die Idee, eine Schälmaschine zu benutzen, das ging jetzt viel schneller und genauer. Der Ball wurde mit dem Dreizack aufgespießt und dann mit der Kurbel gedreht. Man brauchte jetzt nur noch das Schleifpapier davorhalten Das Lackieren der Bälle war auch nicht so einfach. Es wurden erst einmal verschiedene Lacke ausprobiert. Da gab es Kunstharz- oder Nitrolacke. Die Einen waren für harte Bälle gut, die Anderen für Weiche. Die Bälle wurden mit einer großen Nadel aufgespießt und in den Lack getaucht. Wenn der letzte Tropfen nicht mehr abfiel, wurde die Nadel in ein Loch gestellt. Ich hatte manches Mal 20 Bälle zum Trocknen oben auf dem Küchenschrank stehen, wo ich die Löcher gebohrt hatte.
Im Jahr 1963 hatte sich schon einiges geändert.

1. Jetzt durfte im ganzen Bundesgebiet auf Turnieren mit drei verschiedenen Bällen . gespielt werden
2. Es gab jetzt schon eine Verbandsstaffel und 4 Bezirksstaffeln im Verband
Die Verbandsstaffel bestand aus 8 Vereinen und die Bezirksstaffeln jeweils aus 5
Mein Club BMC Bochum spielte in der Verbandsstaffel mit den Clubs: Dortmund, Köln, Remscheid-Lennep, Harsewinkel, Hamm-Uentrop, Salzuflen und Gelsenkirchen.
 
Man hatte jetzt schon einen organisierten Spielbetrieb. Es gab ordentliche Ranglisten, an deren Spitze die oder der Westdeutsche Meister stand. Bei den Damen wurde meine Mutter Westdeutsche- Vizemeisterin, Annemie Barschdorf wurde 8. und Inge Templin 9.
Wir vom BMC waren mit 4 Herren bei den ersten 20 placiert. Ich selbst wurde 10. mit einem Schnitt von 41,60. Der Westdeutsche Meister Christian Gattermann von Bad Salzuflen erspielte einen Schnitt von 40,00 Die Damen-Mannsch. des BMC wurde nach Stechen gegen Salzuflen Westdeutscher Meister, während die Herren hinter Salzuflen nur den 2. Platz belegten. Für die Damen-Mannschaft war das der Beginn einer Serie von 5 Siegen, die erst im Jahre 1968 beendet wurde. Beide Mannschaften hatten sich damit für die Deutschen Meisterschaften in Pfronten qualifiziert. Hier nahmen die Damen aus Bad Salzuflen Revanche und verwiesen unsere Damen auf den 2. Platz. Inge Templin wiederholte ihr gutes Ergebnis aus dem Vorjahr und wurde wieder 3. (41,00). Annemie Barschdorf holte noch den 6. Platz.(42,00), 12 Trude Barschdorf 44,50

Bei den Herren wurde Edgar Deutschmann 6.(37,33), während ich mit dem 15. Platz (39,33) zufrieden sein musste. Der Deutsche Meister Christian Gattermann spielte 109 (36,33), damit einen neuen Deutschen Rekord.
Es wurde dann eine Bundesrangliste erstellt. Sie bestand aus 6 Ranglistenturnieren der Landesverbände und dem Ergebnis von der DM. Daraus wurde der Bundesdurchschnitt errechnet.
Aus dieser Rangliste wurden die Teilnehmer zur EM ermittelt. Es ist kein Zufall, dass der neue Deutsche Meister auch der Ranglistenerste war.
Für den BMC konnten 6 Spielerinnen und Spieler an der EM in San Pellegrino teilnehmen:
Die Damen: Trude und Annemie Barschdorf und Inge Templin. Die Herren Elmar Günter, Edgar Deutschmann und Fritz Barschdorf. Ich war ganz stolz auf meinen 8. Platz in der Bundesrangliste.

Auf dem Wege von Pfronten nach San Pellegrino machten wir noch einen Abstecher über Schruns in Oesterreich, um noch einen Länderkampf zu bestreiten. Doch so nebenbei konnte daraus ja nichts werden. Zum Trainieren blieb wenig Zeit. So war es nicht verwunderlich, dass wir keine Chance hatten, um zu gewinnen. Am nächsten Tag fuhren wir mit einem riesigen Tross weiter. Ich glaube, wir waren so ungefähr mit 10 12 Fahrzeugen unterwegs quer durch die Berge. Es waren dabei Fahrzeuge aus: Bad Salzuflen, Hamm-Üntrop, Lippstadt, Dortmund, Bochum, Köln und wir mit 3 Wagen aus Wattenscheid. Es war eine lustige Fahrt. Wir kamen alle zusammen am Zielort an. Es gab damals noch gar nicht viele Ampeln unterwegs. Der Ort war ein richtiger Kurort für alte Leute, nichts los, nur tote Hose. Kein Mensch konnte Deutsch und keiner von uns italienisch. Aber wir hatten ja ein Wörterbuch, Hände und Arme. Wie wohnten in dem riesigen Palast-Hotel, ein Kasten wie eine Kaserne in Hufeisenform. Wenn jemand aus dem Fenster rief, schallte es von den Seitenwänden zurück. Irgendeiner, der morgens nicht mehr schlafen konnte, weckte so die ganze Gesellschaft. Die Betten waren 1 Meter hoch und aus den Schränken kamen uns die Mottenkugeln entgegen. Unsere Ernährung war aus Verständigungsgründen ziemlich einseitig. Wir aßen meistens nur Weißbrot, Käse und Obst. Ich werde nie vergessen, wie mein Schwager Gerd Templin in der Küche mit Händen und Füßen versuchte, warme Milch für seine 2 jährige Tochter zu erhalten. Der Koch hatte ihn wohl verstanden und sagte immer: kaldo, kaldo, doch mein Schwager sagte immer: nix kaldo, warm und pustete immer auf seine Hände. Wir wussten ja auch erst später, wie es richtig war. Wir haben alles gut überstanden, hatten viel zu lachen und am Ende kamen sogar wieder die Erfolge.
Es waren wieder unsere Damen, die den Rahm abschöpften:
1. und Europameisterin wurde meine Mutter Trude Barschdorf 125 (41,66)
4 Gattin Annemie Barschdorf 129 (43,00)
5. Schwester Inge Templin 132 (44,00)

 
Wir 3 Spieler vom BMC bildeten zusammen mit Hans Nähle eine Vierer-Mannschaft und wurden 3. mit einem Schnitt von 41,25
Für die Spielsaison 1964 wurde von der Europäischen Regelkommission beschlossen, dass jetzt beliebig viele Bälle pro Durchgang benutzt werden können.
Außerdem wurde noch festgelegt dass es in den Mannschaften keine Streicher mehr gibt. Das heißt: bei den Damen sind nur noch 4 und bei den Herren nur noch 6 Spieler in der Mannschaft, die aber alle gewertet werden.
Die Damen-Mannschaft des BMC spielte jetzt immer beständiger. Nachdem sie nun auch schon einige Freundschafts-Turniere gewonnen hatten, wurden sie zum zweiten mal Westdeutscher Meister. Außerdem wurde Annemie Barschdorf Ranglistenerste und damit Westdeutsche Meisterin.
Die Deutschen Meisterschaften in Herford waren eine spannende Sache.
Bei den Mannschaften konnten sich die beiden Westdeutschen Meister vom BMC, die Jugendmannschaft und die Damenmannschaft, auch den Titel des Deutschen Meisters holen.
 
Jugendmannschaften : 1. Bochum 670
2. Trier 678
3. Lütke-Uentrop 693
Damenmannschaften 1. Bochum 670
2. Berlin 681
3. Trier 701
Herrenmannschaft 1. Lippstadt 1237
2. Salzuflen 1256
3. Remscheid-Lennep 1266
In der Einzelwertung wurden jetzt neuerdings 6 Runden gespielt:
Der Westdeutsche Meister und vorjährige Titelverteidiger gab sich erst nach viermaligem Stechen geschlagen. Der Sieger hieß Günter Brandt aus Lippstadt, der auch mit seiner Mannschaft den Deutschenmeistertitel gewann.
Herren: 1. Günter Brandt 218 36,33 Lippstadt n. 4x St 2. Christian Gattermann 218 36,33 Salzuflen
3. Otto Junge 221 36,83 Lippstadt
Damen: 1. Annemie Barschdorf 233 38,83 Bochum
2. Christa Streit 239 39,83 Winzermark
3. Ursula Brummer 243 40,50 Berlin

 

Das gleiche Ergebnis spielte Annemie auch bei den Europameisterschaften in Wien und gewann mit 9 Schlägen Vorsprung. Sie schaffte in diesem Jahr das Kunststück, Westd.-Deutsche-und Europameisterin zu sein.
Auf dem Wege nach Wien machten wir in Salzburg halt. Hier fanden die Österreichischen
Staatsmeisterschaften statt. Doch vorher wurde noch um den Salzburger Stier gespielt.
Wir ließen uns überreden dort mitzuspielen.
Die Übernachtung in diesem teuren Hotel riss ein großes Loch in unsere Reisekasse. Doch es hatte sich gelohnt: Nach einem halben Tag Training, hatten Annemie und ich, gegen die gesamte Österreicher-Elite großen Erfolg: Annemie wurde 1. bei den Damen und ich wurde 3. bei den Herren. Die beiden Stierfiguren, die wir als Preis gewannen, haben wir bis heute immer noch im Schrank
Ich selbst war nach einem schlechten Jahr, wieder rechtzeitig auf meinen vorjährigen Schläger zurückgegangen um mir für die nächste Saison wieder Selbstvertrauen zu holen. Dabei konnte ich die Österreicher noch ärgern und sagen, dass ich für die Europameisterschaft gar nicht qualifiziert sei, meine Kollegen aus Deutschland seien ja viel besser als ich. Es stimmte auch so ziemlich: Von den ersten 12 in der Ergebnisliste waren 7 Spieler aus Deutschland. Von 101 Herren wurde ich als Nachrücker, noch 36.
Auch die beiden Herrenmannschaften Deutschland I und II holten sich die ersten beiden Plätze.
Die Siegermannschaft bestand nur aus Spielern von Westdeutschland. Das sollte sich, aber jetzt immer mit mir, noch 3x wiederholen.
Im Jahr 1965 hatten wir jetzt auch eine Berliner Mannschaft mit in unserer Verbandsstaffel.
Wir mussten unser 1. M.-Spiel in Berlin austragen. Ich wollte erst gar nicht mitfahren, mein Vater war gerade gestorben. Doch es wäre nicht in seinem Sinne gewesen, wenn ich die Mannschaft in Stich gelassen hätte. Aber die Berliner hielten sich nur ein Jahr. Sie konnten nur zu Hause mithalten. Auswärts hatten sie wenig Changsen.
Die Ergebnisse in den Meisterschafsspielen wurden jetzt von Jahr zu Jahr immer besser.
Annemie Barschdorf zum 2.x Westdeutsche Meisterin machte 550 Schl. in 14 Runden, Schnitt 39,28. Im Vorjahr waren es noch 564 Schl. Die anderen Damen der Bochumer Mannschaft spielten, 6. Trude Barschdorf, 9. R, Deutschmann, 12. Inge Templin . Christian Gattermann zum 3.x Westdeutscher Meister brauchte 507 Schl. Schnitt 36,21
Mit meinem 9. Platz 531 (37,93), konnte ich ihn noch immer nicht gefährden. Aber es gab ja noch die DM.
Die Damenmannschaft des BMC wurde mit einem Vorsprung von 79 Schlägen,
immer mit bekannter Mannschaftsaufstellung, zum 3.x Westdeutscher Meister. Die Herrenmannschaft enttäuschte mit einem 6. Platz. Ich war in diesem Jahr wohl der Alleinunterhalter. Und das sollte sich bei der DM in Trier, 7. Platz für die Mannschaft nicht ändern.
Die Damenmannschaft spielte wieder in der bekannten Aufstellung und wurde mit einem Rekord zum 2.x Deutscher Meister. Sie spielten dabei einen Schnitt von 39,25.

Im Dameneinzel wurden noch folgende platzierrungen erreicht:
4. Trude Barschdorf 232 Schl. Schnitt 38,66
5. Annemie Barschdorf 234 39,00
8. Inge Templin 238 39,66
Mit diesem Ergebnis wurde Trude Barschdorf Deutsche Meisterin bei den Seniorinnen
 
Im Herreneinzel wurde das gute Gesamtergebnis des BMC noch verbessert.
Ich konnte meinen Sieg von 1962 wiederholen (es war wohl doch kein Zufall) und wurde mit
Neuem Deutschen Rekord: 211 Schl. (35,16) zum 2.x Deutscher Meister.
Die beiden Herren Herbert Seyfarth und Gerd Templin erspielten gemeinsam einen guten
15. Platz mit 223 Schlägen (37,16)
Durch die guten Ergebnisse bei der DM in Trier konnten sich vom BMC, 3 Spielerinnen und ein Spieler für die Europameisterschaften in Pfronten qualifizieren.
Und hatten auch wieder Erfolge: Im Einzel wurde Annemie Barschdorf zum 2.x Europameisterin mit 227 Schl. (37,83)
2. wurde Ruth Deutschmann 233 (38,83)
6. Trude Barschdorf 241 (40,16)
Außerdem wurde die Deutsche Damenmannschaft mit den Spielerinnen:
Annemie Barschdorf 152 (38,00)
Karin Werner 169 (42,25)
Martha Jünger 164 (41,00)
Trude Barschdorf 163 (40,75) mit insgesamt 648 Schlägen Vizemeister
Sie hatten nur einen Schlag mehr als die andere Deutsche Mannschaft, die 1. wurde.
Dahinter klaffte einen Lücke von 50 Schlag auf den 3. Platz, den Schweizerrinnen.
Im Herreneinzel wurde auch ein Deutscher Spieler, Dieter Spohr, Europameister mit
209 Schl. (34,83) Ich war mit meinem 10. Platz mit 222 Schl. (37.00) auf dieser schönen Bahn nicht ganz zufrieden, es war mehr drin. Doch mit dem Europäischen Mannschafts-Titel hatte ich dann den Ausgleich. Als Deutschland III, alle aus Westdeutschland, spielten wir dabei einen Europäischen Rekord mit 1177 Schl. (36,78) und hatten einen Vorsprung von 23 Schlägen vor dem 2. Deutschland II 1200, 3 Deutschland I 1209

 

Das Spieljahr 1966 brachte für unseren Club wieder die jetzt schon gewohnten Erfolge.
Die Damenmannschaft wurde zum 4.x in Folge Westdeutscher Meister.
Auch die Jugendmannschaft konnte sich den Meistertitel holen.
Und die Herrenmannschaft erreichte einen achtbaren 3.Platz.
Alle 3 Mannschaften können an der DM in Lippstadt teilnehmen.
Auch im Einzel konnten wir wieder sehr zufrieden sein, besonders ich.
Endlich gelang es mir, auch einmal diesen schweren Titel zu erringen. Dabei erspielte ich mit 496 Schlägen (35,42) 14 R. einen neuen Rekord. Das war auch nötig, denn Karl Werner führte noch vor dem letzten Spieltag, hatte aber am Schluss mit 500 Schlägen das Nachsehen.
Bei den Damen wurde Annemie Barschdorf 3. mit 542 Schl. (38,71)
Ruth Deutschmann 6. 553 (39,50)
Trude Barschdorf 7. 553 (39,50)
Inge Templin 18. 580 (41,42)
Bei der DM in Lippstadt war der BMC wie gewohnt, wieder erfolgreich:
Die Jugendmannschaft wiederholte ihren Erfolg von 1964 und wurde Deutscher Meister
Mit 606 Schlägen
Die Damenmannschaft wurde zu 3.x hintereinander Deutscher Meister mit 619 Schlägen.
Im Einzel wurde Werner Georg Deutscher Jugendmeister mit 207 Sch. (34,50)
Rosemarie Seyfarth 2. Deutsche Jugendmeisterin 231 (38,50)
Trude Barschdorf 2. Seniorenmeisterin 233 (38,83)
Annemie Barschdorf 2. Deutsche Meisterin 219 (36,50)
Fritz Barschdorf 3. Deutscher Meister 209 (34,83)
Für die Europameisterschaften in Locarno hatten sich vom BMC nur 1 Spieler und 2 Spielerinnen qualifiziert. Das waren Ruth Deutschmann und das Ehepaar Annemie und Fritz Barschdorf.
Für den Aufenthalt dort hatten wir uns mit Deutschmanns zusammen einen wunderbaren Bungalow gemietet. Dort konnten wir abends auch noch mit anderen Minigolfern gemütlich zusammen sitzen. Am Lago Maggiore hatten wir einen herrlichen Sandstrand. Wir mussten uns selber antreiben, um zu trainieren. Annemie wollte gerne ihren Titel zum 3.x holen, doch sie hatte kein Glück. Sie wurde nach 2maligen Stechen nur 2. mit 221 Schl. (36,83)
Gestochen wurde bis 1966 immer auf den Bahnen 15, 16, 16 und 18
 
Ruth Deutschmann wurde 11. mit 246 Schl. (41,00)
2x musste auch ich stechen, um Vize- Europameister zu werden. Wir standen mit 3 Spielern auf dem 2. Platz, 1 Schweizer und 2 Deutsche, mit 218 Schl. (36,33).
Zuerst blieb der Schweizer auf der Strecke, und beim 2. Stechen dann der andere Deutsche Spieler, Franz Bussmann.
Annemie wurde endlich auch mit der Deutschen Damenmannschaft Europameister. Ich schaffte das mit unserer Herrenmannschaft zum 2.x. Mit den beiden guten Plazierrungen hatten Annemie und ich, uns automatisch schon für die nächsten Europameisterschaften qualifiziert. Diese sollten im nächsten Jahr in Vaduz stattfinden.
Das Jahr 1967 sollte für den BMC ein besonderes Jahr werden, wir waren Ausrichter der Deutschen Meisterschaften. Es gab viel zu planen und zu tun. Als Erstes musste unser Weitschlagkreis betoniert werden. Das war inzwischen schon auf einigen Plätzen so üblich.
Diese Arbeit haben wir aber schon im Jahr davor erledigt. Es war für uns Laien eine Schinderei. Aber jetzt konnte man mit einem harten Ball schon öfter mal ein Ass spielen. Am besten lief ein Ball aus Stein, aber wer hatte schon so etwas. Edgar Deutschmann hatte eine Billardkugel in der richtigen Größe. Damit kamen viele Asse. Wir hatten damals den Dr. Hammer als Mitglied. Das war ein Direktor der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn. Er kam immer mit Fahrer zur Anlage. Als er sah, dass ich dort ein Ass schlug war er ganz begeistert und meinte das sei Zufall.

Er wettete mit mir dass ich das nicht wiederholen könne, um einen Kasten Bier. Ich habe 3x gewonnen, unser Vorrat für die nächsten Arbeitstage auf der Anlage war gesichert. Doch eines Tages, zersprang die Kugel in mehrere Stücke, zu Glück nur im Training.
In diesem Jahr war es zum ersten mal, dass im Einzel die Ranglistenersten nicht die Westdeutschen Meister sind. Es wird so verlaufen, dass die Westdeutsche Meisterschaft in 2 Doppelrunden auf den Anlagen in Essen und Bochum ausgespielt werden sollen.
Es stellte sich heraus, dass der Erste in der Rangliste, nicht auch der Westdeutsche Meister wurde. Aber es gab eine Ausnahme: Annemie Barschdorf, sie war die erste in der Rangliste
525 Schl.(37,50) und wurde auch Westdeutsche Meisterin mit 147 Schl.(36,75).
Ruth Deutschmann war mit 528 Schl. (37,71) 2. in der Rangliste, aber nicht bei den ersten 6 bei der Westdeutschen Meisterschaft.
Bei den Herren war es ähnlich: Hier einige Beispiele:
Helmut Koch 1. in der Rangliste 491 Schl. (35,07)
2. Westdeutscher Meister n. St. 139 Schl. (34,75)
Harm Wolf 2. in der Rangliste 491 Schl. (35,07) hatte schlechteren Streicher
4. Westdeutscher Meister 142 Schl. (35,50)
Franz Bussmann 4. in der Rangliste 496 Schl. (35,42)
Westdeutscher Meister n. St. 139 Schl. (34,75)
Fritz Barschdorf 7. in der Rangliste 500 Schl. (35,71)
3. Westdeutscher Meister 141 Schl. (35,25)
Trude Barschdorf Westdeutsche Meisterin 156 Schl. (39,00)
Seniorinnen 2. in der Rangliste 552 Schl. (39,43)
Rudolf Klempt-Gießing
Senioren Westd. Meister 525 Schl. (37,50)
2. i. d. Rangliste 152 ( 38,00)
Die Damenmannschaft aus Bochum wurde zum 5. x hintereinander Westd. Meister. In der
Besetzung: Trude und Annemie Barschdorf, Inge Templin und Ruth Deutschmann.
Die Deutschen Meisterschaften in Bochum waren für den Ausrichter 1. MGC Bochum
ein großer Erfolg. Es wurden 5 Titel geholt, 1x Zweiter und 1x den 3.Platz.
Und zwar: Die Jugendmannschaft 1. Platz
Die Damenmannschaft 1. Platz
Die Herrenmannschaft 3. Platz
Rosemarie Seyfarth 1. Platz Jugend w. 214 Schl. (35,67)
Annemie Barschdorf 1. Platz Damen 217 Schl. (36,17)
Fritz Barschdorf 1. Platz Herren 208 Schl. (34,67)
Trude Barschdorf 2. Platz Sen w. 236 Schl. (39,33)
 
Bei den Europameisterschaften in Vaduz in Lichtenstein waren 3 Mitglieder des BMC Bochum wieder sehr erfolgreich:
Wie schon erwähnt, war es damals so geregelt, dass die drei Ersten in der Einzelwertung
Automatisch schon für die nächsten Europameisterschaften qualifiziert waren. Deshalb konnten Annemie und ich uns schon um Übernachtungsmöglichkeiten kümmern. Wir hatten in Locarno ja schon die richtigen Leute kennen gelernt, bei denen wir für Vaduz buchen konnten. Wir sollten in einem Sportlerheim wohnen. Doch es war ein Reinfall. Alles war unsauber und sehr primitiv. So weigerten wir uns, hier zu wohnen und mussten uns etwas Anderes suchen. Im ganzen Ort war alles sehr teuer. So suchten wir außerhalb und hatten Glück. Wir wohnten jetzt so hoch über dem Meeresspiegel, dass manchmal, wenn wir morgens auswachten, die Wolken in unserem Zimmer standen.
Auf der sehr schwierigen Anlage wurden: Annemie Barschdorf im Dameneinzel 5.
Fritz Barschdorf im Herreneinzel 6.
Helmut Koch im Herreneinzel 37.

 

Aber mit den Mannschaften um so erfolgreicher:
Annemie gewann mit der Deutschen Damenmannschaft den Titel zum 2.x
Ich gewann mit der Deutschen Herrenmannschaft den Titel zum 3.x
Helmut Koch mit der 2. Deutschen Herrenmannschaft sogar noch den 2. Pl.
Im Jahr danach stellte es sich heraus, dass dieses unsere letzten Europameisterschaften sein sollten.
Als letztes Großereignis des Jahres 1967 hatten wir noch die internationalen Deutschen Meisterschaften in Berlin-Gatow.
Das war im wahrsten Sinne des Wortes eine Nachtundnebelaktion. Wir fuhren abends los und waren erst in der übernächsten Nacht wieder zu Hause. Dazwischen haben wir trainiert und das Dreirunden-Turnier gespielt. Wir waren ja noch jung. So war es nicht verwunderlich, dass die Erfolge nicht so berauschend waren:
Annemie wurde nur 16. und ich war mit einem 5. Platz n. St. sehr zufrieden. Es waren bei mir nur 4 Schläge bis zum 1. Platz
Das Jahr 1968 brachte so einige Veränderungen. Bei uns war Nachwuchs unterwegs, Annemie bekam ein Kind. Die Freude war natürlich groß. Aber Annemie hörte nach einiger Zeit mit Minigolfspielen auf, und die Damenmannschaft verlor an Schwung. Auch ich ging nicht mehr so oft zum Training.

Die Damenmannschaft erreichte nur noch den 3.Platz bei der Westdeutschen Meisterschaft.
Bei den Herren wurden folgende Placierungen erreicht:
1. und Westd. Meister Walter Stüven 485 Schl. 34,65
6. Edgar Deutschmann 500 35,71
10. Werner Georg 505 36,07
16. Fritz Barschdorf 508 36,29
Unser Herren-Mannschaft holte den 4. Platz.
Diese Placierungen reichten aber aus, um an der DM in Bernau teilzunehmen.
Die Damen-Mannschaft wurde nur 6. Unsere Herren-Mannschaft kam mit viel Pech nur auf den undankbaren 5. Platz. Man bedenke, dass die Siegermannschaft 1134 Schläge erzielte und unsere Mannschaft hatte 1137 Schläge in 4 Durchgängen. Ich erreichte mit den Durchgängen:
36,34,35,34,33,31 = 203 (33,83) den 6. Platz im Einzel. Hätte ich meine 64 vom letzten Tag am 1. oder 2. Tag gespielt, waren wir mit der Mannschaft der klare Sieger.
Ich konnte mit meinem Ergebnis trotzdem zufrieden sein, denn unsere guten Spieler, die bei der Westd. Meisterschaft: mit dem 1. Pl. 6.Pl. 10. Pl. noch vor mir lagen, hatten in der Mannschaft wieder einmal versagt.
Aus familiären Gründen verzichtete ich auf meine 8. Teilnahme bei einer EM in Italien.
Es folgte nun aus beruflichen und familiären Gründen eine Pause bis 1996.
 
1995 fanden ganz in unserer Nähe, in Herten und Bottrop, die Deutschen Meisterschaften im Minigolf statt. Da wir inzwischen fast das Rentenalter erreicht hatten, entschlossen wir uns, nach Bottrop zu fahren. Wir hofften natürlich, ein paar Bekannte von früher zu treffen. Die Vermutung war richtig. Wir trafen viele Bekannte aus der Nähe, aber auch Spieler aus anderen Verbänden. Einige hatten Annemie und mich noch nicht vergessen. Es fing plötzlich wieder in den Händen an zu jucken, es hatte uns wieder gepackt.
Im Herbst 1995 traten wir in den 1.MGC Gelsenkirchen ein. Man hatte uns abgeraten wieder in den BMC einzutreten, da hier inzwischen die Gemütlichkeit und die familiäre Atmosphäre fehlen würde Als ich dann in Bulmke meinen alten Kampfgefährten Helmut Koch wiedertraf, war die Entscheidung gefallen. Aber wir kamen nicht allein, denn genau wie wir vor 27 Jahren ausgehört hatten, so fingen wir, meine Schwestern Margret Kaup, Inge Templin und deren Ehegatten Heinz und Gerd, wieder an. Wir waren wieder zusammen und haben es nicht bereut.
Aber wir standen ja noch im Berufsleben. Ich konnte mir für die Meisterschaften eine Vertretung nehmen, deshalb fing ich schon 1996 wieder aktiv an zu spielen. Die anderen 5 erst ab 1998. Es machte nicht so viel Spaß immer allein zu trainieren. Doch es klappte noch ganz gut nach so langer Zeit. Als ich 1995 mir die Ergebnisse der vergangenen Meisterschaften ansah, hätte ich nie geglaubt, dass ich so etwas auch regelmäßig spielen könnte.

Beim ersten Spieltag unseres neuen Clubs konnte ich, weil ich einpaar Stunden frei hatte, mir unsere neuen Sportskollegen einmal bei der Meisterschaft ansehen. Es war ein Heimspiel.
Unsere Herren-Mannschaft musste sich den Tagessieg mit dem MGC Epe teilen.
Die anderen Punktespiele konnte ich dann mitspielen. Mein erstes M-Spiel durfte ich als Ersatzmann in der 3. Sen-Mannschaft mitmachen. Mit 97 Schl. waren aus unserem Club nur 3 Spieler besser als ich. Unsere Herren-M. in der ich nur 2x aushelfen durfte, wurde am Schluss nur Vorletzte. Das sollte sich im nächsten Jahr ändern, man konnte an mir nicht mehr vorbeigehen. Als die Ranglistenspiele beendet waren konnte ich mit meinem 15. Platz zufrieden sein, obwohl ich ohne Streichergebnis spielen musste, spielte ich einen Schnitt von 33,47 und hatte mich damit auf Anhieb für die WDM in Hamm qualifiziert. Gerd König wurde 8. Schnitt 33,13, Otto Kleyer 18. Schnitt 33,87. Beide erspielten bei der WDM besser als ich. Gerd wurde 8. Schn. 32,00 und Otto 9. Schn. 32,33 Aber ich merkte jetzt doch, dass ich nicht mehr so locker spielte, wie in früheren Jahren. Mit dem 19. Pl. und einem Schnitt von 33,89 auf dieser schönen Anlage, konnte ich nicht zufrieden sein.
Das war dann beim FT in W-Eickel schon viel besser. Ich wurde 2. mit einem Schnitt von 31,33. Annemie holte bei ihrem 1. Turnier nach 28 Jahren sogar den 1. Pl. mit einem Schnitt von 31,17 Genauso lange hatten auch Inge und Gerd Templin ausgesetzt. Sie konnten sich hier aber noch nicht placieren.
 
Powered by liveSite Get your free site!